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Die Wanderausstellung „Was ich anhatte…“ (10.-25. September) räumt mit dem Klischee auf, dass die Frauen – wären sie anders angezogen gewesen – ihre erlittene sexualisierte Gewalt hätten vermeiden können. Die Zeugnisse der Opfer berühren tief und verdeutlichen das Versagen von Politik, Justiz und Polizei.

Die Exponate verdeutlichen das Leid der Opfer. Fotos: Gebert-Fischer

sgf Goldenstedt. „Es geht nicht um Sex, wenn Frauen sexueller Gewalt ausgesetzt sind, es geht einzig um die Ausübung von Macht“, erläutert Marie Wilmes aus Köln, die gemeinsam mit ihrer Mutter Beatrice die Wanderausstellung konzipiert hat.

ie Opfer über die Medien, ihre Kleidung, die sie angehabt hatten, als sie vergewaltigt wurden, einzusenden und ihre Erlebnisse anonym öffentlich zu machen. Zwölf der Geschichten wurden für die Ausstellung ausgewählt und ergeben ein Bild, das mehr als betroffen macht: Die Opfer waren zwischen 6 und 80 Jahre alt. 70 Prozent der Taten geschahen im häuslichen Umfeld durch Partner, Onkel oder auch Stiefväter. Alle wurden von Freunden, den eigenen Familien und der Polizei die vernichtende Frage gestellt: „Was hattest Du an“. Diese Einstufung aber macht die Frauen zu Täterinnen und die Männer zu Opfern. 

Marie Wilmes (links) als Kuratorin und Gleichstellungsbeauftragte Irene Surmann.

„Wir haben ein strukturelles Problem. Schon 2018 ist in Deutschland die ‚Istanbul Konvention’ zum besseren Schutz von Frauen vor Gewalt in Kraft getreten. Und was ist seither passiert? Nichts. Von 100 Taten erhält nur ein Vergewaltiger eine Verurteilung. Meist werden Bewährungsstrafen ausgesprochen“, betont die Kuratorin. Mittels der Ausstellung sollen die Opfer jedoch ermutigt werden, über ihre Erlebnisse zu sprechen und an die Öffentlichkeit zu gehen. „Allen hat das Reden geholfen. Schweigen schützt nur die Täter“, verdeutlicht die Abiturientin und verweist darauf, dass in allen Gesellschaftsschichten, schon in Kitas, verdeutlicht werden muss, dass ein „Nein“ zu respektieren ist. 

Begrüßt wurden die rund 50 Besucher – mehrheitlich Frauen – von der ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Goldenstedt Irene Surmann und Bürgermeister Alfred Kuhlmann, der darauf verwies, dass sexualisierte Gewalt den Kern unserer Gesellschaft trifft. Nicht nur Frauen, auch Männer, Kinder und Jugendliche sind betroffen. 

Öffnungszeiten der Ausstellung: 10. bis 25 September im Rathaus Goldenstedt, Montag bis Freitag von 8.30 bis 12 Uhr und 18 bis 20 Uhr. Auch an den Kirmestagen am Samstag/Sonntag (24./25. September) von 13 bis 18 Uhr geöffnet sowie nach Absprache unter Tel. 04444/200923, E-Mail: meyer@goldenstedt.de.